KULINARIK

Eigentlich hatte ich ja bloß vor, einen Gastronomie-Krimi zu schreiben. Aber dafür wollte ich wissen, wie es in einer Restaurant-Küche wirklich zugeht. So habe ich Manfred Buchinger, Wirt und Koch unseres Lieblingslokals „Zur Alten Schule" gefragt, ob ich einige Wochen oder Monate zu Recherchezwecken (und weil es mich ohnehin schon immer interessiert hat, wie die Profis arbeiten) mitkochen darf.

Zuerst war er davon ja nicht besonders begeistert, aber dann hatte ich das Glück, dass zwei seiner Mitarbeiter ausgefallen sind. Seine Frau Renske hat mich angerufen, ich bin vom Frühstückstisch aufgesprungen, nach Riedenthal gerast - und war in der Küche. Das hat sich einige Wochen vor Muttertag (einem der gastronomischen Groß"kampf"tage, egal, welchen Typ von Lokal man betreibt) im Jahr 2002 abgespielt.

Im Sommer habe ich dann, um einige Küchenerfahrung reicher, die Rohfassung für meinen Kriminalroman „Ausgekocht" geschrieben. Und immer mehr hat es mir leid getan, dass die Kocherei beim Buchinger nun ein Ende hat. Also hab ich ihn gefragt, ob ich bleiben darf. - Und seither koche ich, inzwischen nach abgelegter Kochprüfung, immer noch bei ihm. Wenn es irgendwie geht, dann halte ich mir Donnerstag bis Sonntag für die „Alte Schule" frei.

Was mich daran so fasziniert, kann man unter anderen in meinen Reportagen aus dem Küchenalltag im Magazin „A la Carte" nachlesen.

Jedenfalls aber ergänzen sich Kochen und Schreiben für mich perfekt: Es dauert ein ganzes Jahr, bis ein Roman fertig ist. Und das Schreiben an sich ist eine eher einsame Angelegenheit.
Beim Kochen muss alles schnell gehen, ein Bon nach dem anderen kommt in die Küche, trotzdem soll alles gut, auch schön und beim Buchinger im besten Sinn auch kreativ sein. Nur in Teamarbeit ist so etwas möglich, ein Teller nach dem anderen geht raus und schon werden die nächsten Gerichte zubereitet, angerichtet, aufgegessen ...